Fotoserie: Storchensichtung bei Hadamar

web_storchHier mal eine ganz aktuelle Geschichte: Vor gut einer Stunde wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass ein Schwarm Weißstörche in der Feldgemarkung zwischen Faulbach, Niederweyer und Ahlbach gelandet sei (ungefähr an dieser Kartenposition). Tatsächlich: Rund 40 der Vögel, die es in der Region eigentlich überhaupt nicht gibt, waren auf den Feldern unterwegs und pickten offenbar Nahrung aus dem Boden. Dabei kamen sie ganz nahe an die dort arbeitenden Traktoren heran und ließen sich nicht besonders stören.

Ich selbst kam leider etwas spät, als die Störche bereits im Aufbruch waren und in Richtung Südwesten weiterflogen. Deshalb kam ich nicht mehr allzu nahe heran und meine Fotos haben nicht gerade die beste Qualität. Dennoch führt der Klick auf das Vorschaubild recht zu einer kleinen Flickr-Fotogalerie mit sechs Aufnahmen der Vögel.

Ich kenne mich in Vogelkunde leider nicht besonders gut aus. Allerdings ist klar, dass es hier in der Gegend kein einziges Brutpaar gibt. Die nächste größere Weißstorch-Kolonie befindet sich bei Wiesbaden-Schierstein. Dort gab es in diesem Jahr 51 Jungvögel. Möglicherweise handelt es sich bei den Besuchern um genau diese Jungstörche, die sich derzeit zu einem Schwarm formieren und erste längere Flugstrecken ausprobieren. Aber das ist nur meine laienhafte Hypothese.

Vielleicht hat ja jemand aus meiner Leserschaft mehr Ahnung von Störchen und kann meine Annahme bestätigen oder korrigieren. Möglicherweise hat jemand die Störche etwas früher oder später andernorts beobachtet oder sogar fotografiert. Vielelicht können wir die Sichtungen zusammentragen und so die Flugroute rekonstruieren. Über entsprechende Meldungen hier, in Facebook oder auf anderen Wegen würde ich mich freuen.

Update, 13. August: Inzwischen habe ich eine Antwort von der Storchengemeinschaft Wiesbaden-Schierstein bekommen. Demnach handelt es sich mit Sicherheit nicht um einen Übungsflug, wie ich vermutet hatte, sondern wohl um eine Zwischenstation auf dem beginnenden Storchenzug in Richtung Süden. Insofern handelte es sich vermutlich auch nicht um eine geschlossene „Schiersteiner“ Gruppe, wenn auch der eine oder andere Storch von dort darunter gewesen sein könnte.

Auf jeden Fall können wir in der Region gespannt bleiben. Meines Wissens gab es früher keine Storchensichtung in diesem Umfang. Vielleicht können wir aber in Zukunft, angesichts europaweit stark wachsender Weißstorch-Bestände häufiger mit schwarz-weiß gefiedertem Besuch im Frühjahr und im spätsommer rechnen.

Fotoserie: Theaterfest auf Burg Ellar

BurgtheaterGestern Abend habe ich eine turbulente Fahrt mit dem Thespiskarren auf der Burg Ellar erlebt. Es war der Erwachsenenprogramm-Abend beim ersten Theaterfest in der Burgruine, und er war großartig. Jan Mixsa (unter anderem Mitglied des Puppenspieler-Teams bei Bernd das Brot) und Constance Klemenz haben auf der Bühne voller Energie und Spielspaß agiert, die Burgruine erinnerte als Spielstätte geradezu erstaunlich an Shakespeares Globe Theatre, die Gäste waren bestens aufgelegt und offen für eine in der Region eher ungewöhnliche Herangehensweise ans Theater und auch das Wetter blieb trotz zugezogenen Himmels trocken: Alles perfekt!

Auf der Bühne entfaltete sich unter dem Titel „Der Drache, die Riesin und der dicke Ritter“ ein vielfältiger Bilderbogen mit vielen Zitaten aus der Theatergeschichte. Vom Bänkelsang über den großen Dramen-Monolog und Puppenspiel bis zum Fantasy-Pathos im Stil von „Game of Thrones“ war alles dabei. Vor allem aber gaben sich die Schauspieler nicht mit dem Durchbrechen der „vierten Wand“ zufrieden. Viele Pointen entsprangen dem scheinbaren Blick durch die „dritte Wand“, wenn Streit um die Besetzung von Hauptrollen oder die Verwendung von Requisiten auf die Bühne kam. Und schließlich wurde es kurz philosophisch: Wo endet die Rolle und wo beginnt die Persönlichkeit des Schauspielers?

Am Ende kam das Westerwälder Lokalkolorit zu seinem Recht, wobei sich die beiden Schauspiel-Profis zurückhielten und den Dialektsprechern das Feld überließen.

Der Abend war rundum gelungen. Ich hoffe sehr, dass das Theaterfest auf der Burg Ellar zur Dauereinrichtung wird. Wer gestern nicht dabei war, hat die Chance, noch einige wenige Karten für den zweiten Erwachsenen-Abend mit einem anderen Stück am 29. August zu ergattern.

Wie in den guten, alten Blog-Tagen, habe ich zu diesem Anlass wieder mal eine Fotoserie angelegt. Per Klick auf das rechts stehende Foto geht es zu einer Flickr-Galerie mit 42 aufnahmen.

Gerichtsgeflüster: Aus für Business-Schule, Geflügelzüchter und Bettenhaus

Die interessanten Funde aus den Bekanntmachungen des Amtsgerichts Limburg möchte ich trotz der eigentlichen Inaktivität des Blogs zumindest gelegentlich aufrecht erhalten. Hier kommt wieder ein neuer Schub. Wie immer gilt, dass die Verlinkung in die Justizdatenbank etwas schwierig ist. Falls die hier gesetzten Links ins Leere laufen, dürften die offiziellen Mitteilungen dennoch anhand der genannten Fakten über die Suchfunktion des Justizportals des Bundes und der Länder zu finden sein.

Ein Verein namens Baskets Limburg hat sich neu eingetragen. Da unter diesem Namen bislang die Basketballabteilung des VfR 19 aktiv ist, liegt die Vermutung nahe, dass diese Gruppe sich nun von ihrem Mutterverein abspalten möchte.

Die „European Business-Academy Weilburg“, vor knapp drei Jahren mit viel Lob nicht zuletzt aus dem dortigen Rathaus gestartet, hat sich jetzt offenbar aufgelöst.

Aufgelöst hat sich auch der Geflügelzuchtverein Offheim.

Nachdem das traditionsreiche, mehr als 90 Jahre alte Möbelhaus Nagel in Würges zum Ende des vergangenen Jahres seinen Geschäftsbetrieb eingestellt hat, ist nun mit der Bestellung eines Liquidators die Gesellschaft aufgelöst.

Eine weitere Tradition in Elz und Hadamar ist zu Ende gegangen: Das Raumausstattungs- und Bettenhaus Edel ist nun auch gesellschaftsrechtlich aufgelöst.

Gerichtsgeflüster: Auto Seifert, Gasthaus Sion und eine Landkommune

Weil’s sonst keiner macht und ich es für eine äußerst spannende Quelle halte, hier mal wieder ein paar interessante Funde aus den Bekanntmachungen des Amtsgerichts Limburg. Wie immer gilt, dass die Verlinkung in die Justizdatenbank etwas schwierig ist. Falls die hier gesetzten Links ins Leere laufen, dürften die offiziellen Mitteilungen dennoch anhand der genannten Fakten über die Suchfunktion des Justizportals des Bundes und der Länder zu finden sein.

Das Limburger Autohaus Seifert hat offenbar Ende Mai Insolvenz angemeldet. Das seit mehr als 40 Jahren bestehende Unternehmen vermarktet in der Region vor allem die Marken Kia und Land Rover.

Auch die traditionsreiche Gaststätte Sion in Limburg befindet sich offenbar in Insolvenz.

In Eschhofen hat sich offenbar ein Golfclub gegründet. Ich gehe mal nicht davon aus, dass die am Ort den Bau eines Golfplatzes vorhaben. Ebenso ist der Kulturausschuss Niederhadamar jetzt offenbar ein Verein, nachdem er zuvor nur ein Gesprächskreis von Initiativen aus dem Ort war.

Das Gemeinschafts- und Wohnprojekt „Ein neues Wir“ in Hangenmeilingen, man könnte auch „Landkommune“ sagen, hat sich als Genossenschaft eingetragen.

Das Klinikunternehmen Cura Sana aus Bad Camberg hat gleich knapp zehn Einträge aus seiner Firmenstruktur beim Amtsgericht geändert, was sich in seinen Hntergründen aber nicht gleich erschließt.

Bürgermeisterwahl in Limburg: Die Wahlkampf-Bilanz

Die Limburger haben gewählt. Marius Hahn wird der neue Bürgermeister der Kreisstadt mit ihren 34.000 Einwohnern. 53,2 Prozent der Wähler stimmten für ihn, bei einer Wahlbeteiligung von 41,6 Prozent. Das Ergebnis ist bemerkenswert in einer Kommune, in der sonst bei praktisch allen Wahlen die CDU einen fast schon hegemonialen Status hat und auch der bisherige Amtsinhaber der Union angehört.

Wie lässt sich das Ergebnis analysieren? Zunächst einmal das positiv Herausragende: Marius Hahn hat einen sehr engagierten, ideenreichen Wahlkampf gemacht. Er war viel unterwegs, hat politische Prominenz aktiviert, Themen gesetzt und kreative Aktionsformen gefunden. Dazu kam ein großer, rühriger Unterstützerkreis, der die Arbeit auf vielen Ebenen, im wahren Leben und im Internet, mitgetragen hat. Wer irgendwo in der Republik Bürgermeister einen kleineren Mittelstadt werden möchte, kann sich an dieser Kampagne ein Beispiel nehmen.

CDU-Gegenkandidat Michael Stanke hat dagegen eine konventionelle Kampagne gefahren. Erwartungsgemäß hat er als Erster Stadtrat seinen Amtsbonus genutzt und ist im vergangenen dreiviertel Jahr in seiner Funktion deutlich häufiger in der Öffentlichkeit aufgetreten. Das ist nachvollziehbar, sicher ein brauchbares Instrument, aber eben auch ein relativ vorhersehbares, wenig überraschendes Vorgehen.

Kommen wir zu den eher kritikwürdigen Erscheinungen im Limburger Bürgermeister-Wahlkampf. Bei beiden Bewerbern kann man Herangehensweisen ausmachen, die inzwischen üblich, meiner Meinung nach aber schlechter Stil sind.

Schlechten Stil finde ich es, dass Marius Hahn sich nicht von der SPD hat aufstellen lassen. Schließlich ist er stellvertretender Vorsitzender der Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung und Wortführer der SPD im Haupt- und Finanzausschuss. Im Wahlkampf hat er zudem stark auf die Ressourcen und das Personal der SPD zugegriffen. Da stößt es sauer auf, dass der Wahlvorschlag nicht von der SPD getragen wird, auch wenn nachvollziehbar ist, dass Hahn damit sein Unterstützer- und Wählerpotenzial über die Partei hinaus ausweiten wollte.

Wirklich ärgerlich sind dagegen einige inhaltliche Erscheinungen des Hahn-Wahlkampfs. Natürlich ist es strategisch nachvollziehbar, wenn man bei der Profilierung als Wechsel-Kandidat auch ungewöhnliche Vorschläge macht. Luftschlösser braucht man deshalb aber noch lange nicht aufzutürmen. Wer Limburg zum Standort einer ernsthaften Hochschule machen möchte, sollte sich vielleicht an die eher peinliche Episode mit dem Unternehmen Steinbeis erinnern, das in Limburg eine Art Weiterbildung für Hausmeister etablieren wollte, das großsprecherisch „Hochschule“ nannte, aber nie wirklich einen kontinuierlichen Betrieb auf die Beine bekam. Was das von Marius Hahn ebenfalls propagierte Hotel und Kongresszentrum betrifft, fehlt ebenfalls die Substanz: Wenn man Hotel und Hochschule etablieren will, dann ist es genau der falsche Weg, irgendwelche Standorte oder gar Architekten-Entwürfe zu ventilieren und von Gesprächspartnern mit angeblichem Interesse zu munken. Vielmehr müssen zunächst mal Investoren her, und wenn diese wenigstens so entschieden sind, dass sie öffentlich ihren Namen nennen – erst dann geht man zulässigerweise an die Öffentlichkeit.

Unschön war auch manche Begleiterscheinung im Hahn-Wahlkampf, wobei diese zumindest offiziell nicht aus dem eingetragenen Unterstützerkreis kamen. Da war ein Blogbetreiber zu erleben, der von scheinbar neutralem Standort aus im Wahlkampf seine jahrzentelange Privatfehde gegen die Limburger Stadtverwaltung mit fadenscheinigen Behauptungen intensivierten. Auch so manche Äußerung des Hahn-Unterstützerkreises auf Facebook passte wohl eher in die große Pause auf dem Schulhof als in die politische Debatte. Und schließlich wurden vor einigen Tagen vielerorten Stanke-Wahlplakate mit Stickern überklebt. Das war sicher nicht von Hahn persönlich angestoßen worden, aber wen die Täter unterstützen wollten, liegt auf der Hand.

Bei Michael Stanke kann man das Ausnutzen des Amtsbonus‘ als Erster Stadtrat kritisch sehen. Auch das ist nachvollziehbar und in ähnlichen Konstellationen üblich. Unschön bleibt es trotzdem und damit seine Variante von schlechtem Stil im Wahlkampf.

Im Wahlkampf wurde deutlich, dass Stanke keine „Rampensau“ ist. Die mitreißende, eloquente politische Rede ist nicht gerade seine Stärke. Das weiß er wohl selbst, und in gewissem Sinn ist jemand sehr sympathisch, der erst einmal nachdenkt, bevor er spricht, und nicht gleich auf jede Frage eine rhetorische geschliffene Antwort parat hat. Eine Schwachstelle im Wahlkampf bleibt es trotzdem.

Stankes größeres Problem waren schlechte Vorbereitung und mangeldes Timing. Wenn man schon auf dem Amtsbonus als Erster Stadtrat und Kontinuität im Rathaus setzt, dann muss man das auch frühzeitig und konsequent verfolgen – gerade wenn man kein großer Redner und Volkstribun ist. Bei Stanke bekam man den Eindruck, dass der Wahlkampf tatsächlich erst mit der Nominierung im Januar begann. Vorher trat er als Erster Stadtrat nur selten in der Öffentlichkeit auf. Geschickter wäre es gewesen, ihn schon frühzeitig als Nachfolger für Amtsinhaber Martin Richard aufzubauen. Dazu wären seit seinem Amtsantritt mehr als vier Jahre Zeit gewesen. Hätte Stanke von Anfang an mehr Präsenz gezeigt, wäre auch sein jetziger Kontinuitäts-Wahlkampf glaubwürdiger geworden. Für diesen strategischen Fehler kann es mehrere Gründe geben. Am verzeihlichsten wäre noch, dass der Erste Stadtrat lieber in Ruhe seine Arbeit gemacht haben könnte als sich in der Öffentlichkeit nach vorne zu spielen. Möglicherweise hat sich aber auch Amtsinhaber Martin Richard zu spät gegen eine neue Kandidatur entschieden und es versäumt, dem Pareteifreund und potenziellen Nachfolger genug Profilierungsraum in der Öffentlichkeit zu geben. Vielleicht lag es auch an der CDU, in der es wohl noch andere Interessenten am Bürgermeisteramt gab und die Einigung auf Stanke zu spät erfolgte. Oder Michael Stranke hat sich selbst erst spät entschieden, für das Amt anzutreten. Egal, wer daran „Schuld“ hatte: Michael Stanke ist für eine Amtsbonus-Kampagne unverzeihlich spät in den (inoffiziellen) Wahlkampf gestartet.

Nun darf man gespannt sein, wie sich Marius Hahn von Dezember an als Bürgermeister schlägt – und vor allem ob und wie er die ambitionierten Ankündigungen aus dem Wahlkampf und die angekündigte stärkere Bürgerbeteiligung tatsächlich umsetzt.

Zu wenig billige Wohnungen: Sind Flüchtlinge oder Politiker schuld?

Wer hätte gedacht, dass es so kurz nach meinem Rückzug aus dem lokalen Journalisten-Geschäft gleich ein Thema geben würde, zu dem sich mir ein Kommentar geradezu aufdrängt. Es geht um den heutigen lokalen Aufmacherartikel der NNP „Kampf um günstige Wohnungen“.

Zunächst einmal verdient der Kollege Johannes König großen Dank dafür, dass er dieses Thema aufgegriffen hat und damit eine wenig offensichtliche, aber dennoch wirkmächtige Entwicklung der regionalen Wohnwirtschaft dokumentiert. In zwei Punkten drängen sich jedoch Anmerkungen auf: Erstens legt der Artikel durch den Vorspann nahe, dass die steigende Zahl der Flüchtlinge mitverantwortlich für den Mangel an Wohnraum im niedrigen Preis- und Ausstattungsniveau sei. Zweitens schreit der im Artikel erwähnte Mangel an Sozialwohnungen nach einer vertieften Recherche.

Zu Punkt eins: Die IHK Frankfurt hat in einer Erhebung für 2011 (pdf-Dokument, Seite 72) den Wohnungsbestand im Landkreis Limburg-Weilburg mit knapp 80.000 ermittelt. Inzwischen dürfte die Anzahl gestiegen sein, da es trotz Leerstands weitere Bautätigkeit und nur wenige Abrisse gibt. Ebenfalls für 2011 hat das Statistische Landesamt den Wohnungsleerstand im Landkreis auf rund 4,5 Prozent beziffert (pdf-Dokument, Seite 33). Das würde also einen Leerstand von rund 3600 Wohnungen bedeuten, wozu vermutlich als verfügbarer Wohnraum noch diejenigen kommen, die relativ schnell wieder vermietet werden und in der Statistik überhaupt nicht auftauchen. (Hier wäre interessant zu erfahren, wie die Statistiker Leerstand genau definieren und wie sie die Zahlen erfassen.) Wenn man eine durchschnittliche Flüchtlingsfamilie konservativ mit drei Personen ansetzen würde, dann würden die im Artikel genannten rund 1000 Flüchtlinge gut 300 Wohnungen benötigen. Daraus wird klar, dass die Flüchtlinge angesichts von mindestens 3600 leeren Wohnungen höchstens einen sehr kleinen Anteil am Mangel haben.

Der zweite wichtige Punkt ist die Quote von gerade einmal 1,2 Prozent Sozialwohnungen im Landkreis, mit der der ehemalige Frankfurter Caritas-Direktor Hartmut Fritz zitiert wird. Hier würde sich eine weitere Recherche lohnen: Was hat diesen geringen Wert verursacht, der früher wohl höher gelegen hat? Zumindest hat das Eduard-Pestel-Institut bundesweit einen erheblichen Mangel an Sozialwohnungen ermittelt (pdf-Dokument). Ähnliches geht auch aus einer Anfrage der Linkspartei im Bundestag hervor. Es stellt sich auch auf regionaler Ebene die Frage, woran das wohl liegt. Man könnte jetzt marktliberale Ideologen in der Politik vermutet, die den Wohnungsbau der Privatwirtschaft überlassen wollten. Das wäre mir, zumindest vorerst, zu kurz gegriffen und zu viel vermutet. Aber es wäre eine schöne Rechercheaufgabe für die Kollegen der lokalen Zeitungen, den Gründen für die niedrige Sozialwohnungs-Quote nachzuspüren und die Fakten aufzudecken.

Aber egal, wer letztlich die „Schuldigen“ des nachlassenden sozialen Wohnungsbaus sind: Dass mit dem Sozialwohnungs-Schwund Probleme einhergehen, wird jetzt deutlich, wie die NNP eindrucksvoll dokumentiert hat. Der Ausstieg der öffentlichen Hand, des Staats, der Länder, der Kommunen und nicht-kommerzieller Genossenschaften und Gesellschaften aus dem Sozialwohnungsbau mag kurzfristig Kosten sparen, führt aber auf Dauer zu Problemen.

Update, 6. Mai: Gerade habe ich noch ein interessantes Dokument zum Thema entdeckt: Der Landtagsabgeordnete Tobias Eckert (SPD) hat im vergangenen Jahr eine Auskunft vom Landes-Umweltministerium zur noch vorhandenen Zahl der Sozialwohnungen im Landkreis erhalten, insbesondere im Hinblick auf die Wohnungsgesellschaft „Nassauische Heimstätten“. Hier die komplette schriftliche Antwort (pdf-Dokument).

vtaktuell eingestellt

Liebe Leser,

bitte beachten Sie, dass ich die Arbeit an diesem Blog im April 2015 eingestellt habe. Die bisher erstellten Inhalte bleiben aber vorerst weiter verfügbar. Details zu den Hintergründen habe ich in einem Beitrag ausführlich geschildert. Das Folgende stellt also nicht mehr den aktuellen Stand dar.

Volker Thies

Zu viele Kerzen aufgestellt: Hoher Schaden in Kirche

Unsachgemäßer Umgang mit Kerzen hat am Donnerstag in der Pfarrkirche in Niederzeuzheim einen Schaden von mehreren tausend Euro verursacht. Um 18.30 Uhr, beim abendlichen Abschließen der Kirche, stellte sich heraus, dass die Innenwände des Turms stark verrußt waren. Unbekannte hatten am Nachmittag rund 50 Kerzen am Opfertisch zusammengefasst und angezündet. Dadurch entstand starker Rauch. Vermutlich brannten die Kerzen bereits um 16 Uhr. Hinweise an die Polizei: 06431/91400.

Nach einem unkontrollierten Fahrmanöver hat ein 14-jähriger Rollerfahrer gestern in Münster bei einem Unfall schwere Verletzungen erlitten. Kurz nach 17 Uhr war er mit zwei anderen Motorrollerfahrern auf der Vorderstraße in Richtung Neustraße unterwegs. In einer Rechtskurve kamen alle drei auf die Gegenfahrbahn. Der 14-Jährige schaffte es nicht mehr, einem entgegenkommenden Auto auszuweichen und stieß frontal mit ihm zusammen. Während seine Begleiter sich davon machten, musste der Jugendliche ins Krankenhaus gebracht werden. Da sein Roller weder Zulassung noch eine Betriebserlaubnis besaß, wurde dieser sichergestellt. Der Sachschaden beträgt rund 1000 Euro

In der Straße „Auf dem Bräunchesstein“ in Eschhofen sind Unbekannte zwischen Mittwoch und Donnerstagmittag in ein Einfamilienhaus eingebrochen. Sie brachen den Schließzylinder aus der Eingangstür und nahmen eine Digitalkamera, ein Fernsehgerät, Computer und Schmuck mit.

Der vollständige Polizeibericht Limburg-Weilburg kann hier nachgelesen werden.

Von Sonne geblendet: Fahrer schwer verletzt

Schwere Verletzungen hat gestern Abend ein Autofahrer bei einem Unfall nahe Bermbach erlitten. Um 19.30 Uhr wollte ein 30-jähriger Autofahrer die Landstraße zwischen Braunfels und dem Tiergartenkreisel aus Richtung Bermbach nach Hirschhausen überqueren. Dabei übersah er – nach seinen eigenen Angaben wegen der tief stehenden Sonne – einen aus Richtung Braunfels kommenden Wagen. Dieser prallte dem querenden Wagen in die Seite und schleuderte ihn gegen die Leitplanke, ein Verkehrsschild und in ein Feld. Der Unfallverursacher wurde schwer ins Krankenhaus nach Weilburg gebracht. Der 65-jährige Fahrer des anderen Auto erlitt leichte Verletzungen.

Beim Einbiegen von der Kreisstraße zwischen Mensfelden und Nauheim auf die B 417 verlor ein 51-jähriger Motorradfahrer am Dienstag um 11 Uhr die Kontrolle über seine Maschine und prallte gegen den Fahrbahnteiler. Der
Kradfahrer stürzte und zog sich leichte Verletzungen zu.

In der Schwarzerde in Limburg sind Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch in eine Garage eines Autovermieters eingebrochen. Die Diebe stahlen zehn Autoverbandtaschen und acht Werbeschirme. Hinweise an die Polizei: 06431/91400.

Ebenfalls In der Nacht zum Mittwoch knackte Einbrecher in der Nordstraße in Hintermeilingen ein Schwingtor einer Garage und stahlen einen Satz Sommerräder mit Alufelgen in der Größe 225/40R18, einen Kärcher-Hochdruckreiniger und zwei Herrenfahrräder. Der Schaden beläuft sich auf rund 2500 Euro.

Im Hof eines Grundstücks in der Elbestraße in Offheim ist in der Nacht zum Karfreitag ein abgestellter BMW an der Beifahrerseite zerkratzt worden. Unbekannte Täter waren in der Nacht zum Dienstag erneut auf dem Grundstück und stahlen einen Satz Winterreifen, der hinter einer Garage gelagert war.

Auf einem Parkplatz in der Industriestraße in Limburg sind am
Mittwochmorgen zwischen 5.30 und 8.05 Uhr zwei Autos aufgebrochen worden. Die Täter schlugen jeweils eine Scheibe ein. Aus einem VW Golf wurde nichts gestohlen, aus einem VW Passat ein Einkaufskorb mit Bargeld.

Bremsmanöver: Motorradfahrer schwer verletzt

Ein Motorradfahrer hat gestern bei einem Unfall nahe Frickhofen schwere, seine Mitfahrerin leichte Verletzungen erlitten. Kurz vor 20 Uhr kam das Motorrad auf der Landstraße aus Richtung Langendernbach. Der 41-jährige Fahrer des Motorrades schleuderte nach einer Vollbremsung in Höhe des Bahnüberganges nach links von der Straße und stürzte mit seiner 42-jährigen Mitfahrerin eine Böschung in den Wald hinab. An dem Motorrad entstand 2000 Euro Sachschaden.

Zwischen Sonntagnachmittag und Montagnachmittag haben Einbrecher die Gemeindeverwaltung in Mengerskirchen heimgesucht. Sie hebelten die Eingangstür auf und durchwühlten mehrere Räume. Die Polizei versucht noch herauszufinden, was gestohlen wurde, und nimmt unter 06431/91400 Hinweise entgegen.

In der Behringstraße haben Autoknacker in der vergangenen Nacht an einem dort abgestellten Auto das Schloss aufgestochen und ein fest eingebautes Navigationssystem sowie eine mittels Saughalterung befestigte Videokamera gestohlen. Des Weiteren versuchten sie den Beifahrerairbag und den in der Mittelkonsole eingebauten Belüftungseinsatz auszubauen. Der Sachschaden beläuft sich auf 200 Euro.

Unbekannte haben in der vergangenen Nacht in der Schubertstraße in Lindenholzhauae ein Garagentor mit schwarzer Farbe besprüht. Sie hinterließen den Schriftzug „Ha Ha“. Auf 200 Euro schätzt die Polizei den Schaden.

Bereits in der Nacht zum Samstag traten Einbrecher ein ebenerdiges Kellerfenster am Vereinsheim des SV Nauheim ein und stahlen einen Rasentraktor der Marke „Viking“.