vtaktuell eingestellt

Liebe Leser,

bitte beachten Sie, dass ich die Arbeit an diesem Blog im April 2015 eingestellt habe. Die bisher erstellten Inhalte bleiben aber vorerst weiter verfügbar. Details zu den Hintergründen habe ich in einem Beitrag ausführlich geschildert. Das Folgende stellt also nicht mehr den aktuellen Stand dar.

Volker Thies

Zu viele Kerzen aufgestellt: Hoher Schaden in Kirche

Unsachgemäßer Umgang mit Kerzen hat am Donnerstag in der Pfarrkirche in Niederzeuzheim einen Schaden von mehreren tausend Euro verursacht. Um 18.30 Uhr, beim abendlichen Abschließen der Kirche, stellte sich heraus, dass die Innenwände des Turms stark verrußt waren. Unbekannte hatten am Nachmittag rund 50 Kerzen am Opfertisch zusammengefasst und angezündet. Dadurch entstand starker Rauch. Vermutlich brannten die Kerzen bereits um 16 Uhr. Hinweise an die Polizei: 06431/91400.

Nach einem unkontrollierten Fahrmanöver hat ein 14-jähriger Rollerfahrer gestern in Münster bei einem Unfall schwere Verletzungen erlitten. Kurz nach 17 Uhr war er mit zwei anderen Motorrollerfahrern auf der Vorderstraße in Richtung Neustraße unterwegs. In einer Rechtskurve kamen alle drei auf die Gegenfahrbahn. Der 14-Jährige schaffte es nicht mehr, einem entgegenkommenden Auto auszuweichen und stieß frontal mit ihm zusammen. Während seine Begleiter sich davon machten, musste der Jugendliche ins Krankenhaus gebracht werden. Da sein Roller weder Zulassung noch eine Betriebserlaubnis besaß, wurde dieser sichergestellt. Der Sachschaden beträgt rund 1000 Euro

In der Straße “Auf dem Bräunchesstein” in Eschhofen sind Unbekannte zwischen Mittwoch und Donnerstagmittag in ein Einfamilienhaus eingebrochen. Sie brachen den Schließzylinder aus der Eingangstür und nahmen eine Digitalkamera, ein Fernsehgerät, Computer und Schmuck mit.

Der vollständige Polizeibericht Limburg-Weilburg kann hier nachgelesen werden.

Von Sonne geblendet: Fahrer schwer verletzt

Schwere Verletzungen hat gestern Abend ein Autofahrer bei einem Unfall nahe Bermbach erlitten. Um 19.30 Uhr wollte ein 30-jähriger Autofahrer die Landstraße zwischen Braunfels und dem Tiergartenkreisel aus Richtung Bermbach nach Hirschhausen überqueren. Dabei übersah er – nach seinen eigenen Angaben wegen der tief stehenden Sonne – einen aus Richtung Braunfels kommenden Wagen. Dieser prallte dem querenden Wagen in die Seite und schleuderte ihn gegen die Leitplanke, ein Verkehrsschild und in ein Feld. Der Unfallverursacher wurde schwer ins Krankenhaus nach Weilburg gebracht. Der 65-jährige Fahrer des anderen Auto erlitt leichte Verletzungen.

Beim Einbiegen von der Kreisstraße zwischen Mensfelden und Nauheim auf die B 417 verlor ein 51-jähriger Motorradfahrer am Dienstag um 11 Uhr die Kontrolle über seine Maschine und prallte gegen den Fahrbahnteiler. Der
Kradfahrer stürzte und zog sich leichte Verletzungen zu.

In der Schwarzerde in Limburg sind Unbekannte in der Nacht zum Mittwoch in eine Garage eines Autovermieters eingebrochen. Die Diebe stahlen zehn Autoverbandtaschen und acht Werbeschirme. Hinweise an die Polizei: 06431/91400.

Ebenfalls In der Nacht zum Mittwoch knackte Einbrecher in der Nordstraße in Hintermeilingen ein Schwingtor einer Garage und stahlen einen Satz Sommerräder mit Alufelgen in der Größe 225/40R18, einen Kärcher-Hochdruckreiniger und zwei Herrenfahrräder. Der Schaden beläuft sich auf rund 2500 Euro.

Im Hof eines Grundstücks in der Elbestraße in Offheim ist in der Nacht zum Karfreitag ein abgestellter BMW an der Beifahrerseite zerkratzt worden. Unbekannte Täter waren in der Nacht zum Dienstag erneut auf dem Grundstück und stahlen einen Satz Winterreifen, der hinter einer Garage gelagert war.

Auf einem Parkplatz in der Industriestraße in Limburg sind am
Mittwochmorgen zwischen 5.30 und 8.05 Uhr zwei Autos aufgebrochen worden. Die Täter schlugen jeweils eine Scheibe ein. Aus einem VW Golf wurde nichts gestohlen, aus einem VW Passat ein Einkaufskorb mit Bargeld.

Bremsmanöver: Motorradfahrer schwer verletzt

Ein Motorradfahrer hat gestern bei einem Unfall nahe Frickhofen schwere, seine Mitfahrerin leichte Verletzungen erlitten. Kurz vor 20 Uhr kam das Motorrad auf der Landstraße aus Richtung Langendernbach. Der 41-jährige Fahrer des Motorrades schleuderte nach einer Vollbremsung in Höhe des Bahnüberganges nach links von der Straße und stürzte mit seiner 42-jährigen Mitfahrerin eine Böschung in den Wald hinab. An dem Motorrad entstand 2000 Euro Sachschaden.

Zwischen Sonntagnachmittag und Montagnachmittag haben Einbrecher die Gemeindeverwaltung in Mengerskirchen heimgesucht. Sie hebelten die Eingangstür auf und durchwühlten mehrere Räume. Die Polizei versucht noch herauszufinden, was gestohlen wurde, und nimmt unter 06431/91400 Hinweise entgegen.

In der Behringstraße haben Autoknacker in der vergangenen Nacht an einem dort abgestellten Auto das Schloss aufgestochen und ein fest eingebautes Navigationssystem sowie eine mittels Saughalterung befestigte Videokamera gestohlen. Des Weiteren versuchten sie den Beifahrerairbag und den in der Mittelkonsole eingebauten Belüftungseinsatz auszubauen. Der Sachschaden beläuft sich auf 200 Euro.

Unbekannte haben in der vergangenen Nacht in der Schubertstraße in Lindenholzhauae ein Garagentor mit schwarzer Farbe besprüht. Sie hinterließen den Schriftzug “Ha Ha”. Auf 200 Euro schätzt die Polizei den Schaden.

Bereits in der Nacht zum Samstag traten Einbrecher ein ebenerdiges Kellerfenster am Vereinsheim des SV Nauheim ein und stahlen einen Rasentraktor der Marke “Viking”.

Große Melodien aus Filmen, Operetten und Musicals

Natascha Jung. Bildquelle: Natascha Jung

Natascha Jung. Bildquelle: Natascha Jung

„Nur nicht aus Liebe weinen“ lautet das Motto am Sonntag, 19. April, von 16.30 Uhr an in der Aula des Schlosses in Hadamar. Die Kulturvereinigung Hadamar hat die Opernsängerin Natascha Jung eingeladen. Von den großen Konzertbühnen kehrt die Sopranistin damit in ihre Heimatstadt zurück, und sie hat ein Programm mitgebracht, dass sich deutlich von den großen Operntiteln abhebt, für die sie eigentlich bekannt ist. Für das beschwingte Frühlingskonzert in Hadamar hat sie Melodien und Texte aus bekannten Filmen, Operetten und Musicals aus den 20er- bis 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammengestellt. Die Begleitung am Klavier übernimmt Peter Dicke.

Natascha Jung hat in Wiesbaden und Frankfurt Gesangspädagogik und Operngesang studiert. Schon früh nahm sie an der Bachwoche Stuttgart teil. An mehreren Produktionen der Oper Frankfurt und bei den Weilburger Schlossfestspielen hat sie als Solistin mitgewirkt. Mit dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks und dem Domchor Fulda hat sie ebenso zusammengearbeitet wie mit dem bekannten polnischen Avantgarde-Komponisten Krzysztof Penderecki. Nach einem Engagement am Staatstheater Wiesbaden ist Natascha Jung derzeit Mitglied des WDR-Rundfunkchores.

Der Kartenvorverkauf hat bereits begonnen. Vorverkaufsstellen sind Schreibwaren Dutell, Gymnasiumstraße 6, und Buchhandlung Hämmerer, Gymnasiumstraße 9, in Hadamar, „Buch & Tee“, Rathausstraße 2, in Elz und AH Tischwäsche Stick & mehr, Dorfbachstraße 2, in Niederhadamar. Im Vorverkauf kosten die Karten 12 Euro. Falls es Restkarten gibt, werden diese an der Abendkasse in der Stadthalle für 15 Euro erhältlich sein. Schüler und Studenten zahlen 9 Euro. Einlass zum Konzert ist ab 15.30 Uhr.

Fotoserie: Motorradsegnung Steinbach

blog_motorradIn Steinbach gab es heute wieder die traditionelle Motorradsegnung. Einen Eindruck von der Veranstaltung gibt meine kleine Fotoserie. Ein Klick auf das Vorschaubild rechts öffnet ein Flickr-Fotoalbum mit zehn Bildern.

Schlägerei in Disco, Bettlerin macht lange Finger

Aus einer Disco in Offheim meldet die Polizei von der vergangenen Nacht um 3 Uhr eine Schlägerei. Vermutlich dürfte aber der “Musikpark” in Staffel gemeint sein, weil es in Offheim keine Disco gibt. In dem Etablissement wurde jedenfalls ein 24-jähriger Mann aus Weiterstadt nach eigenen Angaben auf der Tanzfläche von mehreren Tätern angegriffen und zusammengeschlagen. Hinweise an die Polizei: 06431/91400.

Eine Bettlerin hat gestern in Oberweyer Geld gestohlen. In der Oberdorfstraße bat sie zwischen 11.30 und 13 Uhr um Spenden für ihre kranken Kinder. Unter einem weiteren Vorwand gelangte die Frau in ein Wohnhaus und stahl unbemerkt Bargeld aus einem Schrank. Die Täterin soll 40 bis 50 Jahre alt, von südländischem Aussehen und rund 160 Zentimeter groß gewesen sein. Sie war schwarz gekleidet.

Heute früh um 5.20 Uhr brannten in der Limburger Innenstadt drei Kunststofffelder einer Baustellenabsperrung. Zeugen bemerkten den Brand in der Barfüßerstraße und informierten die Polizei, worauf die Feuerwehr die Flammen schnell löschte. Die Polizei geht von Brandstiftung aus und schätzt den ‘Schaden auf 800 Euro.

Der vollständige Polizeibericht Limburg-Weilburg kann hier nachgelesen werden.

Ein Ende und ein neuer Anfang

Seit fast 16 Jahren bin ich Lokaljournalist, die meiste Zeit davon freiberuflich und die meiste Zeit in meiner Heimat rund um Hadamar. Diese Aufgabe hat mich so lange begleitet wie kaum etwas anderes in meinem Leben, abgesehen von meiner Familie, einigen wenigen Freunden aus der Schulzeit und einem einzigen speziellen Hobby. Doch diese Zeit geht jetzt zu Ende.

Anfang Mai werde ich eine feste Stelle als Nachrichtenredakteur bei der Immobilien Zeitung in Wiesbaden antreten. Wie es wohl oft bei solchen Angelegenheiten ist, unternehme ich diesen Schritt mit Freude und mit Wehmut. Wehmut deshalb, weil mir meine Heimat und “meine” Menschen im Westerwald und im Taunus am Herzen liegen. Freude deshalb, weil mit der neuen Aufgabe neue Erlebnisse und Erfahrungen auf mich zukommen werden, aber auch wegen fehlenden Gestaltungsspielraums und immer schlechteren Arbeitsbedingungen im Lokaljournalismus.

In den folgenden Zeilen möchte ich das, was mir bevorsteht, weitgehend außen vor lassen – schon deshalb, weil Zukunftsvorhersagen nicht unbedingt mein Geschäft und allgemein schwierig zu treffen sind. Vielmehr möchte ich ein wenig den Stand reflektieren, auf dem meine Arbeit derzeit angekommen und für absehbare Zeit zu einem Ende gekommen ist.

Lokaljournalismus – eine Liebeserklärung

Ich war und ich bin immer noch mit Freude Lokaljournalist. Das muss geschrieben werden, denn in den folgenden Zeilen stehen eine Menge Dinge, die als Lamento ausgelegt werden könnten. Viel wichtiger als all das ist aber, dass ich die Arbeit lokaler Presse immer noch für wichtig und sinnvoll halte. Meine Motivation ist eine, man verzeihe das große Wort, zutiefst demokratische. Ich bin davon überzeugt, dass Menschen ihr Schicksal selbst bestimmen sollen. Um dies frei und verantwortungsvoll tun zu können, benötigen sie Informationen in möglichst neutraler, gut verständlicher und hochwertiger Form. Das betrifft politische Entscheidungen ebenso wie die simple Frage, wie sie ihre Freizeit gestalten können, oder vielleicht auch geschichtliche oder soziale Hintergründe, die leichter verständlich machen, wie ihr Gemeinwesen funktioniert. Diese Informationen habe ich meinen Lesern immer zu liefern versucht – von Stadtparlamenten und Podiumsdiskussionen bis zu Vereinsversammlungen und Kindergartenfesten.

Das Spannende am lokalen Journalismus ist die große Nähe. Meine Themen mögen nicht so wichtig sein wie das, was sich in Berlin abspielt, aber dafür arbeite ich unmittelbarer an der “Nachrichten-Front”, recherchiere alles selbst, bekomme nichts durch Agenturen und wenig durch Pressesprecher gefiltert. Insofern fühle ich mich den Kollegen in zumindest sämtlichen kleineren und mittelgroßen Mantelredaktionen hierzulande überlegen.

Trotzdem möchte ich so nicht weitermachen. Dafür gibt es zwei Gründe: die Arbeitsbedingungen und die Gestaltungsmöglichkeiten.

Lokaljournalismus – schiefer Haussegen

Zunächst zum wichtigeren von beiden Themen: zu den Arbeitsbedingungen. Vor gut einem Jahr habe ich den Kollegen des Gewerkschaftsmagazins “Journalist” ein paar Einblicke in meinen Arbeitsalltag gegeben. Ich arbeite üblicherweise 50 bis 55 Wochenstunden (worin die Arbeit hier am Blog nicht eingerechnet ist). Es gab auch schon Wochen, in denen ich nahe an die 70-Stunden-Grenze herangekommen bin. Das ist wesentlich mehr als die meisten Arbeitnehmer zumindest laut Tarifvertrag ableisten müssen. Dazu kommt: Ein erheblicher Teil dieser Arbeit findet zwischen 19 Uhr abends und 1 Uhr morgens, an Wochenenden und an Feiertagen statt, wenn normale Menschen sich um Familie, Freunde und Freizeit kümmern.

Ich will mich über die Arbeitsmenge nicht beschweren, zumindest nicht über ein 50-Stunden-Pensum. Aber wenn man die Einkünfte gegenrechnet, wird das Missverhältnis deutlich: Ich habe in den vergangenen Jahren rund 3000 Euro brutto im Monat verdient – mal mehr, mal weniger. Selbst wenn man die niedrig gegriffenen 50 Wochenstunden annimmt, ergibt sich daraus ein Stundenlohn, über den ein gelernter Handwerker oder Facharbeiter nur lachen kann, mal ganz abgesehen von den Lehrern, die mit mir zusammen studiert haben. Dabei nicht zu vergessen: Ich bekomme verglichen mit vielen Kollegen noch ein relativ hohes Zeilenhonorar, mache Redaktionsdienste, die etwas besser bezahlt werden, und übernehme nebenher noch PR-Aufträge, die ein Vielfaches des Lokaljournalisten-Stundensatzes einbringen. Trotzdem blieb es bei den 3000 Euro, und damit liege ich offenbar im Spitzenfeld, deutlich über dem Doppelten, das der DJV in seiner Freien-Umfrage 2014 für Tageszeitungs-Freie ermittelt hat (zugegebenermaßen sind da auch Teilzeit-Freie berücksichtigt, was den Abstand etwas relativiert).

Aus diesen Zahlenspielen ergeben sich mehrere Konsequenzen: Zu diesen Gehaltssätzen wird kaum jemand arbeiten, der eine andere Wahl hat oder kein hoffnungsloser Idealist ist. Von der anderen Seite betrachtet: Die Besten bekommt man für den Preis nicht. Ich möchte keinem Kollegen zu nahe treten, aber unter diesen Umständen ist es verständlich und von der täglichen Beobachtung bestätigt, dass viele Menschen im Lokaljournalismus unterwegs sind, die geistig nicht in der Lage sind, komplexe Themen zu erfassen, die richtigen Recherchefragen zu stellen und die Ergebnisse vernünftig aufzuarbeiten. Ob ich bisher zu den Verzweifelten, zu den blauäugigen Idealisten oder zu den Deppen gehört habe oder alles drei bin, mag jeder geneigte Leser für sich selbst entscheiden.

Die miese Bezahlung und das vollkommen unbrauchbare Honorierungssystem nach Zeile und Foto haben eine logische Konsequenz: Wer im Lokaljournalismus seine Einkünfte steigern will, muss das Arbeitstempo steigern, und das ist nur mit Qualitätsverlusten möglich. Das sieht so aus, dass Dinge nicht mehr vernünftig recherchiert werden. Eine leichtfertig hingeschrieben Zeile bringt schließlich ebenso viel oder so wenig Geld wie eine vernünftig erarbeitete. Das fängt bei ganz simplen Dingen an: Der Reporter springt zur Vereinsversammlung nur schnell rein, um sein Foto zu knipsen, und telefoniert am nächsten Tag rasch mit dem Vorsitzenden. Dass die Vereinsbrüder sich eigentlich bis aufs Messer gestritten haben, vielleicht sogar über ein lokalpolitisch relevates Thema, bekommt der Reporter natürlich nicht mit. Das gleiche Spiel beim Konzert: Statt einer fundierten Musikkritik werden schnell ein paar Zeilen über Stück und Komponist aus Wikipedia abgepinnt. Ganz so weit bin ich nie heruntergekommen, aber auch in meiner Arbeit gibt es Themen, die noch ein paar Hintergrundgespräche, eine alternative Meinung oder einfach eine Nacht zum Ablagern und neu Überdenken gebraucht hätten. Diese Zeit fehlt, und ich habe immer weniger Lust, zwangsläufig miese Arbeit abzuliefern, die noch dazu durch das hohe Tempo mein Nervenkostüm zerrüttet.

Arbeitsbedingungen sind auch in anderer Hinsicht immer schlechter geworden: Redakteure (und auch ich, wenn ich vertretungsweise wieder in dieser Rolle stecke) müssen massenhaft Seiten layouten. Das ist eine anspruchsvolle und wichtige Arbeit. Nur sollte man sie den Setzern als Fachleuten überlassen und die Fachleute für Recherche und Schreiben recherchieren und schreiben lassen. Doch Setzer gibt es nicht mehr – weggespart von den Verlagen. Dazu kommt der ständige Stress durch eingehende E-Mails und Telefonate, der wohl jeden Beruf betrifft.

Und auch die hochverehrte Leserschaft ist mit an den immer schlechteren Arbeitsbedingungen für Lokaljournalisten schuld. Die Ansprüche sind immer höher geworden und für die ohnehin überlasteten Redaktionen kaum noch zu erfüllen. Eine kleine Geschichte dazu: 2009, damals noch als Redakteur, habe ich für die NNP das Thema “20 Jahre Mauerfall” mit bearbeit und bin in das Archiv hinabgestiegen. (Nach denjenigen Kollegen, die zu Freunden geworden sind, werde ich das Kellergelass mit den vergilbten Zeitungsbänden am meisten vermissen.) Zu meinem großen Erstaunen habe ich festgestellt, dass der Lokalteil damals wesentlich dünner als heute war – vielleicht sechs oder sieben Seiten. Es war also weit weniger Raum für Meldungen, Fotos und ausufernde Berichte. Wenn man sich näher mit damaligen Zeitungen befasst, wird schnell klar, dass die inhaltliche Qualität von Texten und Fotos auf diesen wenigen Seiten um ein Vielfaches besser als das, was wir (ja, auch ich) heute produzieren. Ich führe das darauf zurück, dass damals erstens kein so hoher Arbeitsdruck geherrscht hat und deshalb besser recherchiert wurde und zweitens wegen des knapperen Platzes stärker gekürzt und ausgesiebt wurde, was überhaupt in den Druck ging. Heute habe ich den Eindruck, dass sämtliche Gruppen, Vereine, Veranstalter und Politiker ein Anspruchsdenken gegenüber dem Umfang von Presseveröffentlichungen haben, das letztlich die Qualität durch endlose Schwafelei nach unten zieht (zusätzlich verstärkt durch das Zeilenhonorar-System, siehe oben).

Lokaljournalismus – eine Beziehungskrise

Neben diesen Problemen von Arbeitsbelastung, Bezahlung und inhaltlichen Bedingungen betreffen mich persönlich die mangelnden Perspektiven meiner Arbeit. Im Herbst 2010 bin ich von meinem nicht mehr verlängerten Redakteursposten wieder in die Freiberuflichkeit gewechselt. Seitdem habe ich eine ganz gute Auftragslage erarbeitet, wenn auch mit schlechtem Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag (siehe oben).

Vielleicht liegt es an meinem unsteten Charakter, aber mit einem stetigen “weiter so” bin ich nicht zufrieden. Nach fast fünf Jahren sehe ich jedoch kaum noch Entwicklungspotenzial. Darunter verstehe ich weniger steigende Einkünfte, sondern eher Gestaltungsmöglichkeiten. Gestaltungsspielräume würden sich beispielsweise auf einer diesmal unbefristete Stelle als Lokalredakteur öffnen; mit reichlich freier Hand, um Themen und Strukturen in meinem Arbeitsumfeld zu prägen. Eine andere Möglichkeit wäre eine Leitungs- oder CvD-Position in einem neuen Medium, das in der Region auf den Markt käme. (Falls da draußen jemand ist, der die eine oder andere Million in ein solches Projekt stecken will, wäre ich verhandlungsbereit. ;-) ) Eine dritte Möglichkeit wäre es gewesen, wenn das Bezahlschranken-Experiment hier im Blog vernünftig funktioniert hätte und es damit zu einem eigenständigen Medium geworden waäre, das Themen setzt. Keine dieser drei Möglichkeiten steht derzeit zur Debatte.

Deshalb möchte ich neue Entwicklungen auf einem ganz anderen, mir inhaltlich aber zumindest grob vertrauten Feld suchen – im Immobilien(wirtschafts)-Fachjournalismus.

vtaktuell – Wie geht’s weiter?

Die Blogleser, und insbesondere die wenigen zahlenden unter ihnen, wir wohl interessieren, was in Zukunft hier geschieht. Um es knapp auszudrücken: Wohl nichts mehr.

In den kommenden ein, zwei Wochen werde ich letzte lokale Aufträge und Projekte abschließen und in dieser Zeit auch das Blog wie gehabt bedienen. Ab sofort wird auch die Bezahlschranke deaktiviert. Danach werde ich die Veröffentlichungstätigkeit hier einstellen und zu diesem Zeitpunkt auch die Monatstickets deaktivieren. Eventuelle Ticket-Käufer, die sich dadurch ungerecht behandelt fühlen, bitte ich Kontakt aufzunehmen. Für die dann eventuell verfallenen ein bis zwei Wochen Lesezeit werden wir sicher eine Lösung finden.

Die Webseite an sich wird sicher noch einige Monate lang zur Verfügung stehen. Was danach damit geschieht, weiß ich noch nicht. Vielleicht wird vtaktuell irgendwann einfach gelöscht, vielleicht werde ich mich zu einzelnen lokalen Themen nochmal zu Wort melden. Was aber auf keinen Fall geschehen wird, ist eine in irgendeiner Form kontinuierliche lokale Berichterstattung. Das liegt keineswegs an Desinteresse, sondern eher an mangelnder Zeit. Vor allem aber wäre ein Hohn den Kollegen gegenüber, die unter schlechten Bedingungen Geld verdienen müssen, wenn ich sozusagen als Hobby-Schreiber lokale Artikel ins Netz stellen würde.

Vielleicht schwenke ich (dann aber sicher unter anderem Titel) auch bloggend auf mein neues Immobilien-Themenfeld um. Das wird aber sicher thematisch nicht parallel zu meiner neuen Arbeit laufen, sondern einen anderen Schwerpunkt haben. Stadt- und Dorfentwicklung und Urbanistik, eventuell mit besonderem Schwerpunkt auf den ländlichen Raum, kann ich mir gut vorstellen. Aber erst einmal werde ich vollauf damit beschäftigt sein, mich in meine neuen hauptberuflichen Aufgaben hineinzuarbeiten.

Der Facebook- und der Twitter-Account bleiben ebenfalls erst einmal bestehen. Falls ich unter vtaktuell noch etwas veröffentliche, werden beide in der dann erheblich verringerten Schlagzahl mit bedient, falls das Blog ganz gelöscht wirde, werden auch beide Accounts folgen. Ob ich auf Twitter einen privaten Account einrichte, werde ich mir dann überlegen.

Persönliche Wünsche

Zunächst einmal freue ich mich auf neue Begegnungen, Themen und Kollegen bei der Immobilien Zeitung. Den lokalen Zeitungen, insbesondere der NNP, wünsche ich, dass sie die Kehrtwende schaffen und den Abwärtstrend bei Auflage, Arbeitsbedingungen und Qualität umkehren können. Es würde mich freuen, in 30 Jahren als rüstiger Rentner wieder in den Lokaljournalismus einzusteigen und dann wieder so viel Spaß daran wie in den besten Zeiten zu haben.

Ich möchte mich herzlich bei Kollegen, Gesprächs- und Interviewpartneren, Tippgebern, Kommunalpolitikern, Vereinsmeiern und allen anderen bedanken, mit denen ich in meinem Leben als Lokaljournalist zu tun hatte. Jede Begegnung hat mir auf ihre eigene Art etwas mitgegeben, und oft waren die wertvollsten Erfahrungen diejenigen, die am Ende nicht gedruckt erschienen sind.

Es gab auch viele Menschen, die sich über meine Texte geärgert haben. Wo dies durch meine Fehler geschehen ist, bitte ich um Verzeihung und angesichts der oben geschilderten Arbeitsbedingungen vielleicht um etwas Verständnis. Ich hoffe aber, dass der Ärger in der Mehrheit der Fälle darauf beruht, dass ich meine Arbeit richtig gemacht, Fehlverhalten benannt und widerstreitende Meinungen dargestellt habe. Wer sich davon be- und getroffen gefühlt hat, kann leider keine Entschuldigung von mir erwarten. Für diese Gesprächspartner habe ich lediglich die Versicherung parat: Als mehr oder minder guter Katholik glaube ich an die Vergebenung der Sünden. Selbst wenn ich jemanden wegen Fehlverhaltens angegriffen habe, gehört es zur Professionalität, dass ich nur in dieser bestimmten Angelegenheit so geurteilt habe. Dadurch wird er oder sie für mich kein “schlechter Mensch”, und ich hoffe, dass ich beim nächsten Thema und Zusammentreffen jeweils wieder zu einer neutralen Grundhaltung zurückgefunden habe.

Für mich selbst wünsche ich mir, dass ich trotz des bald beginnenden Pendelbetriebs zur Arbeit nicht zu einem von denjenigen werde, die die Region nur noch als Schlafstätte verstehen. Ich hoffe, dass es mir gelingt, weiterhin aktiv am Leben in Westerwald und Taunus teilzunehmen – dann aber ohne folgenden schriftlichen Niederschlag. Ich hoffe, dass ich ein wenige mehr Zeit am Abend und an Wochenenden zur Verfügung habe und diese Zeit in dieser Reihenfolge für Familie, Freunde, Kultur, Lesen, Gärtnern, Wandern und Computerspiele verwenden kann.

Zum Schluss möchte ich allen meinen Lesern danken, egal ob in der Nassauischen Neuen Presse, im Weilburger Tageblatt, dem “Sonntag” des Bistums Limburg, hier im Blog oder in anderen Publikationen, weil sie ihre Zeit auf meine Schreibereien verwendet haben. Ich hoffe, dass sie sich als Gegenwert für diese Zeit wenigstens gelegentlich gut informiert und zum Einnehmen eines eigenen Standpunkts motiviert gefühlt haben.

Volker Thies

Raubüberfall in Eschhofen: Räuber plündern Tankstelle


Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/www/wp-content/themes/childatahualpa/header.php:2) in /home/www/wp-content/plugins/laterpay/library/laterpay/LaterPay/Client.php on line 638

Eschhofen: Räuber stürmen Tankstelle, Limburg: Prügelei am Bahnhof

Ein Leserecht für den vollständigen Beitrag kann über das Bezahlsystem Laterpay für 5 Cent erworben werden. Dazu auf der Startseite des Blogs bitte auf die Überschrift klicken. Von dort geht es weiter zur Laterpay-Einbindung. Auch ein Zeitpass für einen einmonatigen unbeschränken Zugang zu allen Artikel auf vtaktuell.net ist für fünf Euro erhältlich. Der entsprechende Button befindet sich auf der jeweiligen Artikel-Seite links unter der Einzelkauf-Schaltfläche.

Zwei Verletzte bei Unfällen, Autoteile-Diebe gefasst


Warning: Cannot modify header information - headers already sent by (output started at /home/www/wp-content/themes/childatahualpa/header.php:2) in /home/www/wp-content/plugins/laterpay/library/laterpay/LaterPay/Client.php on line 638

Ellar: Autofahrerin fliegt auf Schnee von Straße, Limburg: Zusammenstoß beim Abbiegen, Heckholzhausen: Autoteile abmontiert…

Ein Leserecht für den vollständigen Beitrag kann über das Bezahlsystem Laterpay für 5 Cent erworben werden. Dazu auf der Startseite des Blogs bitte auf die Überschrift klicken. Von dort geht es weiter zur Laterpay-Einbindung. Auch ein Zeitpass für einen einmonatigen unbeschränken Zugang zu allen Artikel auf vtaktuell.net ist für fünf Euro erhältlich. Der entsprechende Button befindet sich auf der jeweiligen Artikel-Seite links unter der Einzelkauf-Schaltfläche.