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Der letzte Zapfenstreich für Diez

Die beiden Kasernen in Diez, “Freiherr vom Stein” und Schloss Oranienstein, waren auch für viele junge Männer von der hessischen Seite der Landesgrenze der Ort, an dem sie ihre Wehrpflicht verbrachten. Nach dem Ende der Wehrpflicht blieben die Diezer Bundeswehrstandorte wichtige Arbeitgeber. Doch das wird bald vorbei sein. Offenbar soll zumindest die Stein-Kaserne geschlossen werden.

Wie das Verteidigungsministerium in seinem vorhin veröffentlichten Standortkonzept bekanntgibt, wird die Anzahl der Bundeswehr-Dienstposten in Diez von 1520 auf 150 gezehntelt. Im Detail werden das dort beheimatete Logistikregiment 46, das Nachschubbataillon 462 und die Sanitätsstaffel aufgelöst. Dabei handelt es sich um die Einheiten in der Stein-Kaserne. Also düfte die Anlage an der Stadtgrenze zu Limburg geschlossen werden, obwohl das aus den Mitteilungen des Ministeriums nicht eindeutig hervorgeht. Die Schlosskaserne Oranienstein bleibt offenbar bestehen. Allerdings ist dort in der neuen Struktur nicht mehr das heutig Sanitätskommando II aufgeführt, sondern ein “Kommando Regionale Sanitätsunterstützung”, was immer das sein mag.

Auch die Alsberg-Kaserne in Rennerod erwischt es schwer. Von 720 wird die Zahl der Dienststellen auf 480 schrumpfen. Statt des Lazarettregiments 21, das ich persönlich aus meiner Zeit bei der “Firma” noch aus Montabaur kenne, wird dort das Sanitätsregiment 2 stationiert. Das Sanitätszentrum wird durch eine “Regionale Sanitätsversorgung” ersetzt.

Die 120 Mann, die dem Truppenübungsplatz Daaden zugeordnet sind, werden aufgelöst. Ob das auch eine Schließung des allseits bekannten und bei Wehrdienstleistenden seinerzeit wenig beliebten Geländes bedeutet, vermag ich derzeit nicht zu sagen. Es ist aber anzunehmen.

Im weiteren Umkreis werden auch Lahnstein von 1190 auf 510 Dienstposten und Koblenz von 7550 auf 7130 reduziert.

Update, 13.35 Uhr: Im Liveticker der RZ-Kollegen zum Thema kommt langsam etwas Bewegung auf, wobei ich diese Verarbeitungsform für das Thema eher als “Aktualitäts-Overkill” sehe.

Update, 14.05 Uhr: Inzwischen war die RZ auch in Rennerod “im Gelände”. Dort ist man trotz der deutlichen Stellenreduzierung offenbar der Ansicht, Glück gehabt zu haben. Mehr dazu im RZ-Artikel.

Update, 17.40 Uhr: Den Diezern sitzt der Schock offenbar in den Knochen. Den ausdruck “gefühlte Standortschließung”, den die RZ-Kollegen in ihrer ersten Bilanz aus dem Rhein-Lahn-Kreis verwenden, finde ich sehr passend.

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