IHK stellt sich gegen Limburger LKW-Umleitung

Nachfolgend eine Pressemitteilung der IHK Limburg:

Den aktuellen Entwurf zur 1. Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Limburg des hessischen Umweltministeriums bewertet die IHK Limburg teils positiv, teils negativ. Vor allem die geplante LKW-Sperrung wird kritisch gesehen. Der Plan sieht als Maßnahmen unter anderem vor, dass vom 1. Oktober 2017 an streckenbezogene LKW-Durchfahrtsverbote eingeführt und wesentliche Teile des Stadtgebiets von Limburg zur Umweltzone erklärt werden.

Zunächst ist man erleichtert, dass die Pläne für eine komplette Sperrung des Schiedetunnels für LKW-Verkehr vorerst vom Tisch sind. Denn ein solches Durchfahrtsverbot hätte nach Ansicht der IHK unabsehbare negative Folgen gehabt für die Erreichbarkeit und Versorgung des Stadtgebietes und würde eine problematische Verlagerung des Verkehrs auf Nebenstrecken verursachen. Aber auch das jetzt geplante Durchfahrtsverbot für LKW, die kein Ziel oder keine Quelle in Limburg haben, und die damit verbundenen Umwege stellen einen starken Eingriff in die Transportabwicklung in der Region Limburg dar.

Gemäß dem Luftreinhalteplan soll die LKW-Sperrung zumindest einen kleinen Beitrag zur Reduktion der Stickstoffdioxidwerte an den Orten der Messstellen in der Innenstadt leisten und gleichzeitig möglichst wenig zusätzliche Belastung auf den Umgehungsvarianten verursachen. Nach Untersuchungen des hessischen Verkehrsministeriums ist bei einer Sperrung von Diezer Straße und Schiede für den LKW-Durchgangsverkehr, die südliche Umfahrungsmöglichkeit über die Zeppelinstraße in Blumenrod die bestmögliche Variante. Auf westlicher Seite sollen die Lastkraftwagen über Diez, Aul und Staffel fahren.

Die IHK sieht die Behinderung der LKW-Transporte durch die vorgesehene Sperrung angesichts der nur geringen positiven Umweltauswirkungen kritisch. Außerdem befürchtet sie, dass es auf der Umleitungsstrecke zu größeren Verkehrsbehinderungen kommt, weil die vorgesehenen Umgehungen für größere Fahrzeuge zum Teil schwer zu befahren sind bzw. neuralgische Knoten auf den Strecken bereits jetzt ausgelastet sind. Dass jetzt der LKW-Durchfahrtsverkehr zur Entlastung der Innenstadt für die Diezer Straße und Schiede gesperrt und über die Zeppelinstraße geleitet werden soll, mache nochmals deutlich, dass Limburg und auch Diez dringend eine Südumgehung Limburg benötigen – allerdings auf der beschlossenen und geplanten Bundesstraßentrasse und nicht über die Zeppelinstraße, mahnt die IHK.

Die IHK Limburg will nun den Entwurf zur Fortschreibung des Luftreinhalteplans für Limburg genauer prüfen und die möglichen Auswirkungen auf die Wirtschaft bewerten. Danach wird sie gegenüber dem hessischen Umweltministerium zu den verschiedenen vorgesehenen Maßnahmen Stellung nehmen.

Bereits seit längerem ist die IHK zur Problemlage in Gesprächen mit dem Ministerium, Hessen Mobil, der Stadt Limburg und betroffenen Unternehmen. Ansprechen will sie das Thema auch bei einem im Juni anstehenden Treffen mit dem hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Ansprechpartner in der IHK Limburg ist Alfred Jung, Tel. 06431-210 140, E-Mail: a.jung@limburg.ihk.de.

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